Willkommen bei Parascha – Die Junge Tora

 Paraschat Nizzavim und Wajelech

In dieser Parascha wird es nun ernst: Die Jisraeliten werden auf den Bund mit G’tt verpflichtet. Auch hier gilt, dass die Verpflichtung für das ganze Volk besteht und damit jeder Einzelne diesen Bund zu tragen und auszufüllen hat. Deshalb betont Paraschat Nizzavim eigens, dass jeder Einzelne einbezogen ist, also nicht nur die Anwesenden, sondern auch – wie schon der Midrasch und Raschi auslegen – alle künftigen Generationen. Somit kann es auch keine Einzelnen geben, die sich heimlich aus dem Bund herausstehlen, womöglich mit dem Hinweis, dass der Bund ja schließlich nicht mit ihnen persönlich geschlossen worden sei. Um dies zu verhindern, lässt dieser Text keine Ausflüchte gelten und erwähnt die Frauen und Kinder sogar eigens. Auch soll sich niemand damit herausreden können, dass die Torah mit dem Einzelnen gar nichts zu tun habe. Das Gesetz ist jedem Jisraeliten ganz nah und verlangt eigentlich nur das, was der Mensch von sich aus ohnehin möchte. Raschi pointiert hier den Text dahingehend, dass das Gesetz schriftlich und mündlich vorliegt. Mit anderen Worten: Das schriftliche Gesetz (also die Torah) mag etwas weit entfernt sein, weil es eine Wirklichkeit widerspiegelt, die heute so nicht mehr existiert. Aber eben deshalb gibt es ja auch die mündliche Torah, also die Auslegung und Weiterführung der schriftlichen Torah. Sie muss immer wieder an die veränderten Verhältnisse angepasst werden. Deshalb ist sie auch »dem Herzen (lev) nahe«, denn in der Torah bezeichnet das Herz den Sitz aller intellektuellen Fähigkeiten. Die Torah ist also nicht einfach immer aktuell, sie muss von Jisrael immer wieder aktualisiert werden.

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