Willkommen bei Parascha – Die Junge Tora

 Paraschat Re’eh

Wie auch in der vorangegangenen Parascha  Eqev (und an vielen anderen Stellen des Buches Devarim auch), wird vor allem das Land, das eingenommen werden soll, thematisiert, insbesondere der Umgang mit den Völkern, die dort leben. Es geht immer wieder darum, die Jisraeliten vor dem Götzendienst anderer Völker zu warnen. Dass also die Völker aus dem Land Kenaan vertrieben werden sollen, ist demnach kein hegemonialer Selbstzweck, sondern dient allein dazu, die Jisraeliten vor dem Götzendienst dieser Völker zu schützen. In diesen Zusammenhang gehört auch die Anweisung, dass Opfer nur dort gebracht werden sollen, wo sie der Ewige den Jisraeliten anweisen wird. Offenbar drückt sich hier die Angst aus, dass zu schnell alte Opferstätten zu eigenen umfunktioniert werden und von den alten Opferstätten auch Überzeugungen und Riten übrigbleiben und sich auf den eigenen Kult auswirken. Es geht also stets um das Bemühen, das Eigene zu bewahren und es nicht mit (religiösen) Elementen der anderen Völker zu vermischen. Deshalb gehören in diese Parascha auch die Speisevorschriften, also die Festlegung, welche Tiere gegessen und welche vermieden werden sollen. Die Kaschrut ist später ja in der Tat zu einem wesentlichen Unterscheidungsmerkmal für die Juden geworden, bzw. umgekehrt zu einem der wesentlichen Identitätsmerkmale des Judentums.

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